J.V. Snellman und die romantische Phase der kontinentalen Psychologie

Aihepiirit: Ajatus, Snellman J. V.
Tekijät: von Fieandt Kai
Julkaistu: 1973
Julkaistu filosofia.fi sivustolla: 01.03.2014

Kai von Fieandt

J. V. Snellman und die romantische Phase der kontinentalen Psychologie

Ajatus XXXV, 1973,  74–94.

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Kai von Fieandt

J. V. Snellman und die romantische Phase der kontinentalen Psychologie

Ajatus XXXV, 1973,  74–94.

 

 

J. V. Snellman und die romantische Phase der
kontinentalen Psychologie*

 

 

Kai von Fieandt

 

Johan Vilhelm Snellman (1806–1881) zählt man, wie bekannt, zu den grössten Männern Finnlands während des vorigen Jahrhunderts. Er war vor allem Schriftsteller und Staatsmann, der sich viel um das freie nationale Leben seines Vaterlands bemüht hat, das wirtschaft­liche Leben Finnlands in mancher Hinsicht gefördert hat und ein ganze Reihe finanzieller Reformen durchgeführt hat. Insbesondere war er der Vorkämpfer einer einheitlichen nationalen Sprache, und es ist sein Verdienst, dass die finnische Sprache als offizielle und Kul­tursprache gewürdigt wurde.

Snellmans Beitrag als Universitätslehrer und Gelehrter wird im allgemeinen weniger beachtet. Er war jedoch seit 1856 Professor, obgleich sein Lehrstuhl nicht einfach und klar als "Philosophie" bezeichnet werden konnte. Das zaristische Russland war in dieser Hinsicht allzu misstrauisch auch gegen diese kleine Nation, die in einer politischen Personalunion mit ihrem grossen Nachbarn lebte.

Hinsichtlich seiner philosophischen Ausbildung war Snellman Hegelianer. Das ist kaum etwas Merkwürdiges, Hegel war ja damals noch der führende Name der kontinentalen Philosophie, und seine Lehre muss eine besondere Anziehungskraft ausgeübt haben auf alle jungen Akademiker, die sich um die politischen Fragen ihres Zeit­alters kümmerten. Snellmans Staatslehre hat denn auch wirklich unserem Volk das hegelsche Gedankengebäude vermittelt.

Weniger bekannt dürfte es sein, dass Snellman auch einige Bei­träge zur Entwicklung der Psychologie in Finnland geliefert hat. Schon 1837 erschien sein Lehrbuch der Psychologie und später als

 

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Professor hat er 1860 einen Vorlesungskursus der Psychologie ge­halten, dessen Manuskript in schwedischer Sprache gut erhalten ist.

Es ist von Snellmans Reiseschilderungen und Tagebücher seit langem bekannt, dass er als junger Dozent ein ganzes akademisches Jahr in Tübingen, um 1840-41 geblieben ist.

Die folgende Darstellung versucht die wichtigsten kontinentalen Einflüsse und Vorgänger Snellmans hinsichtlich seiner psychologi­schen Arbeiten aufzuspüren. Dabei stütze ich mich auf eigene Nach­forschungen in einigen Hegel-Sammlungen der Bundesrepublik Deutschland.

 

In seiner zweiteiligen Snellman-Biographie erzählt Thiodolf Rein folgende, die ideengeschichtlichen Strömungen des 19. Jahrhunderts gut schildernde Episode. Snellman war an Bord eines Schiffes auf der Kanalroute Göteborg-Stockholm, als er von seiner ersten Deutsch­land-Reise zurückkehrte. Unter den Reisenden war der damals schon berühmte deutsche Physiologe Johannes Müller, mit dem sich Snell­man in eine lange Diskussion über die philosophischen Grundlagen des Geisteslebens verstrickte. Die Geschichte erzählt nicht, wie das Gespräch ausging. Aber wir dürfen annehmen, dass da zwei An­schauungen zusammenstiessen: einerseits die physiologisch-natur­wissenschaftliche, den rationalistischen Grundlagen des 17. Jahr­hunderts treue, und andererseits die neuere geisteswissenschaftliche, vor allem von Hegel vertretene Anschauung (Rein 1895 I, 286).

Eino Kaila (1933, 106–107) hat in seinem Vortrag zum hundert­jährigen Todestag Hegels im Jahre 1931 die letztere Anschauung als so entscheidend für den Aufstieg und die Blüte der sog. Geisteswis­senschaften angesehen, dass sich erst nach dem Auftreten Hegels sagen lässt, dass der Gedanke und der Begriff der Geisteswissen­schaften ihren Platz in der europäischen Kulturentwicklung gefun­den hätten.

In dieser Übergangszeit des Aufstiegs und Falls Napoleons, in diesen merkwürdigen Jahren der Entstehung von Nationalstaaten und konstitutionellen Systemen, wirkten schon parallel viele ver­schiedene Linien als Grundbestandteile einer wissenschaftlichen Menschenbeschreibung. Es gab die Lehren der Naturphilosophen, es gab Herbarts eigenartige rationalistisch-deduktive Lehre von den

 

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"Stufen des Bewusstseins" des Menschen und von dem dynamischen Hintergrund der "Verknüpfung" der Vorstellungen. Es gab eine auf­keimende physiologische und biologische Lehre vom menschlichen Organismus, die sich später in den meisterhaften Darstellungen der "Grossen" Helmholtz und Hering zu einem System entwickelte. Zwei Fäden heben sich davon ab und sagen den späteren wissenschaft­lichen Wandel der Psychologie voraus, einmal Fechners und Wundts naturwissenschaftliche Linie, zum andern Freuds medizinisch-klini­sche, bahnbrechende Arbeit.

Aber stolz abseits von all diesen zum Empirismus neigenden Er­klärungen steht Hegels monumentales Gedankensystem. Es strebte danach, das lebende Wesen als eine vorübergehende, individuelle Erscheinung des "absoluten Geistes" zu betrachten: als ein Phäno­men des subjektiven Geistes. In Hegels Nachlass fand sich ein etwa 50 Folioseiten umfangreiches, zum Druck bestimmtes Manuskript "Zur Lehre vom Geiste" (vgl. Nicolin 1961). Dieses Manuskript, dessen Fertigstellung in die Jahre 1822–1825 datiert werden kann, enthält das Gerüst der Psychologie Hegels.

In seiner Heidelberger Zeit erschien (1817) die Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften, deren dritter Teil "Die Philosophie des Geistes" (Hegel 1832) gewöhnlich als Vorbild für Snellmans erste Psychologie angesehen wird. "Die Lehre vom subjektiven Geist" zerfällt hier in Hegels Darstellung in drei Abteilungen, die Anthro­pologie, die Phänomenologie und die Psychologie, deren letztere der Verfasser auf nur 25 Seiten beschränkt hat.

Nach Erscheinen der Enzyklopädie hatte Hegel regelmässig über die Philosophie des subjektiven Geistes völlig aufgrund seines Werkes gelesen. Im Jahre 1822 z.B. hatte er die Kapitel "Menschenkenntnis" und "Empirische Vermögenspsychologie" behandelt. - Hier muss angemerkt werden, dass die unter dem Namen "Psychologie" lau­fende Abteilung in der Enzyklopädie diesen Namen erst in der 2. Auf­lage erhielt. Nach der Anthropologie (A) und der Phänomenologie (B) stand in der Originalauflage des Jahres 1817 die Überschrift: (C) Der Geist.

Um die "geisteswissenschaftliche Auffassung vom Menschen" im 19. Jahrhundert zu verstehen, dürfen wir nicht vergessen, dass viele Philosophen der deutschen Romantik Doktoren der Theologie waren.

 

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Besonders Hegel stammt aus jenem Kreis radikaler Theologen, die vom Tübinger Stift ausgebildet wurden, einer der bedeutendsten Lehranstalten seiner Zeit. Aus diesem anfänglich katholischen Kloster wurde sofort nach der Reformation die hauptsächliche Ausbildungs­stätte der lutherischen Geistlichkeit. Dem Jahrhundert der Recht­gläubigkeit war im 17. und 18. Jahrhundert bald ein recht betonter liberaler Geist gefolgt. Als Hegel ins Stift kam, gab es schon jüngere Professoren, die Kant auslegten, anfangs allerdings ziemlich apologe­tisch, aber später mit immer grösserem Interesse am Inhalt.

Es war üblich, dass aus minderbemittelten Familien kommende, begabte junge Männer, die Neigung zur akademischen Laufbahn ver­spürten, sich in diesem Seminar einschrieben. Unterkunft und Be­köstigung waren für sie frei, aber das Leben war äusserst einfach und die Tagesordnung kirchlich eintönig. So kam auch Hegel in den 1780er Jahren in dieses Stift. Er legte zunächst das Examen eines Doktors der Philosophie ab, wie die meisten Zöglinge des Stifts, er wurde 1790 zusammen mit Schelling und Hölderlin promoviert und erhielt das Abschlusszeugnis der Theologie 1793. Als Gegengewicht zur präzisierten, positivistischen Auffassung verschmolz Hegel mit seinem Idealismus theologische Elemente. Der höchste Wert in seinem System ist der ethisch verpflichtende "absolute Geist". Man weiss, dass er in seinen Studien besonders intressiert war an der kirchlichen Dogmatik und am "heiligen Geist".

Anfangs scheint Hegel sich im Stift nicht sonderlich wohl gefühlt zu haben. Die Tübinger Theologen waren im allgemeinen abweisend, bis sich eine Gruppe ganz junger Studenten um ihn zu bilden begann. So gehörten denn Strauss, Fischer, Märklin, Buge und Vilhelm Zimmermann zu seinem Einflussbereich. Snellman (1892) berichtet, dass er während seiner Jahre in Tübingen mehrere von ihnen ge­troffen hat. Heinrich Laube, ein Zeitgenosse Hegels, hat die Lebens­weise und die Umgebung der Seminaristen wie folgt geschildert:

... wisst Ihr, wie ein Tübinger Seminarist erzogen wird? Er geht schwarz, damit er nach Theologie aussähe, trägt schwarz wollene Strümpfe und ein dreieckig Hütlein, speist schwäbische Knödel in Gesellschaft der übrigen Schwarzen, und trabt in den Freistunden die Bergstrassen des düsteren Tübingen auf und ab nach dem Bierhause, was weiss er von Erziehung! Da gibt's ein paar Professoren, beidenen

 

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das Teetrinken für eine Ziererei gilt, die Töchter müssen vor den Schwarzen gehütet werden, guten Tag! und guten Weg! ein ehrlicher Handschlag, ein ehrlich und gescheites Wort, das ist der Umgang, etwas ganz Respektables, wonach man oft unter der sogenannten Erziehung verlangt, aber keine Erziehung."

Hegels Lehrer Mauchart hatte schon 1789 ein Lehrbuch der empiri­schen Psychologie mit experimentellen Übungen veröffentlicht, in dem viel solches Wissen enthalten war, das dem Kantianismus fremd war. Eine Erwähnung verdient auch der Zeitgenosse und spätere Gegner Hegels, Professor Eschenmayer, der bis zum Jahre 1837 den Lehr­stuhl der Philosophie in Tübingen innehatte. Noch bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts herrschte in Tübingen eine recht starke Richtung der romantischen Medizin, der es zu verdanken ist, dass Lehren über die Hypnose (oder wie damals gesagt wurde "den animalischen Magnetismus"), über den Somnambulismus, die Traum­deutung und über Temperamentsunterschiede durch Hegels Dar­stellungen der Anthropologie bis in Snellmans Vorlesungen gewan­dert sind.

Auf charakteristische Weise dürfte dieses Element Greiners (1825) Artikel "Psychologie" in dem anatomisch-physiologischen Wörter­buch von Prierer-Choulant vertreten, das Snellman als Quelle ver­wandte, als er 1835 zur Erlangung der Dozentur eine Hegel-Unter­suchung veröffentlichte. Prierer und Choulant waren beide Ärzte, Greiner war "Doktor der Medizin und Armenarzt" in Eisenberg. Sein Artikel über die Psychologie aus dem Jahre 1825 beruht zum grössten Teil auf den Darstellungen Okens, Schellings, Steffens, Kiesers und Eschenmayers.

Ganz am Anfang des Artikels finden sich jedoch einige Versuche von Definitionen der Psychologie. Zur Psychologie gehört alles, "was wir über die Seele erfahren, wissen und glauben". Zum Teil lässt sich der Bereich der Psychologie "apriorisch" aus den allgemeinen philo­sophischen Gesetzen ableiten. Ausserdem erwartet man von dieser Wissenschaft auch eine Erklärung oder Antwort auf die Frage, was wir in der Tiefe unserer Seele ahnen, wenn wir es auch nicht wissen können. Die theoretische Psychologie zerfällt in den empirischen Teil, den rationalen Teil und den metaphysischen Teil. Die theoreti­sche Psychologie ist eigentlich eine psychologische Anthropologie.

 

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Die praktische Psychologie behandelt die Anwendung auf das prak­tische Leben, wobei sich zwei Teile unterscheiden lassen: der pädago­gische und der ethische Teil.

Nach Greiners Ansicht ist die Psychologie bei der Behandlung des Menschen genau so wichtig wie die Physiologie. Man muss den Menschen als organische Ganzheit kennen. Man braucht die Kenntnis der Abweichungen, wenn man als Arzt einen Menschen zu behandeln beginnt, und besonders als Hintergrund der ärztlichen Gutachten vor Gericht.

Auf Hegel und nicht am wenigsten auf seine Nachfolger einschliess­lich Snellman haben folgende Behauptungen Greiners über die Psychologie seiner Zeit merkbar wirken können: "Die Vernunft er­fasst in den Ideen das Wesen der Gegenstände. Die absolute Identität ist = Gottheit." Er zitiert Oken: "Das Bewusstsein wächst und er­hebt sich zur Erkenntnis seiner selbst. Dann ist das Tier Gott ähnlich geworden" (Greiner 1825, 704).

So sind viele ganz wesentliche Elemente der Lehre Hegels eine Art von gemeinsamen Kapital im Denken des am Menschen interes­sierten 19. Jahrhunderts.

Hegels Psychologie ist eine Art von pantheistischem Idealismus. Jedes lebende Individuum ist unvollkommen, es ist höchstens ein vorübergehender subjektiver Ausdruck des absoluten Geistes, des Weltgeistes. Erst im Tode wird die zur Reife entwickelte menschliche Persönlichkeit frei, gelangt unmittelbar in den Zusammenhang mit dem absoluten Geist. Die Vernunft ist der höchste Ausdruck des sich im Individuum zeigenden subjektiven Geistes; nachdem sich der Mensch zu einem vernunftbegabten Wesen entwickelt hat, vermag er die Natur ausserhalb seiner selbst und in sich zu beherrschen. Das Bestehende ist ableitbar aus den von der Vernunft aufgestellten Postulaten, die Begriffe sind wie Samen, aus denen alle Dinge unserer Erfahrung dialektisch abgeleitet sind. Die Natur ist im Verhältnis zum Geist sekundär, sie ist die Negation der absoluten Vollkommen­heit. Auf der animalen Stufe ist der Mensch eins mit der Natur, aber wenn das Leben sich seiner selbst bewusst wird, trennt sich der Geist von der Seele und steigt zu immer vollkommenerer Selbstbe­herrschung auf. Der Geist ist dasselbe wie dieser Entwicklungs­prozess.

 

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In dieser Darstellung hat Hegel zeigen wollen, wie der Geist des Menschen von dem reinen »Lebensgefühl» (natürliche Seele) über die Selbsterkenntnis (wirkliche Seele) und das Selbstbewusstsein zur Ver­nunft und Geistigkeit aufgestiegen ist, und schliesslich zur absoluten Erkenntnis. Eine gewaltige Übertonung der Rationalität prägt das philosophische Denken dieses Forschers.

 

Als Snellman auf seiner im Spätsommer 1840 begonnenen ausge­dehnten Rundreise durch Deutschland an einem schönen Oktobertag in Tübingen ankam, geriet er mitten in einen farbigen, dynamischen, für die nachhegelianische Wissenschaftspolitik charakteristischen Schauplatz. Von den Inhabern des Lehrstuhls der Philosophie hatte gerade einer, Christopher Sigwart der Ältere, Vertreter des Hege­lianismus, auf sein Amt verzichtet. Ebenfalls war C. P. Fischer im Pensionsalter, er wiederum ein heftiger Gegner Hegels. Da zwei Pro­fessuren in der philosophischen Fakultät der Universität Tübingen gleichzeitig frei wurden, herrschte beim Eintreffen Snellmans in der Stadt Spannung. Beide philosophischen Lehrrichtungen versuchten alles, um ihre Stellung zu halten (Klüpfel 1849). In dieser Situation war endlich im September 1841 der 31-jährige Dozent Reiff aus Stuttgart berufen worden, den Lehrstuhl Sigwarts zu verwalten. Nachdem er seit dem Jahre 1837 »Repetent» am evangelischen Semi­nar gewesen war, hatte er 1840 den Doktorgrad erworben und schon im August 1840 das Recht, an der Universität Vorlesungen zu halten. Seine glänzende Vortragskunst war schon im Jahre 1838 in der »Chronik der Repetenten» lobend erwähnt worden.

Reiff hatte also während des Studienjahres 1840-41, das Snellman in Tübingen verbrachte, eine ziemlich wichtige Schlüsselstellung inne. Er war dabei, die übliche Studie für die Dozentur vorzubereiten (die Disputation fand erst 1842 statt, obwohl der Verfasser sein Werk schon ein Jahr fertig gehabt hatte). Ihm ist es wahrscheinlich somit gut möglich gewesen, Snellmans in Vorbereitung befindliches Werk Versuch einer spekulativen Entwickelung der Idee der Persönlichkeit zum Druck in dem von ihm benutzten Verlagsgeschäft Fues zu vermitteln.

Was Snellmans Entschluss betrifft, für ein ganzes Studienjahr in Deutschland zu bleiben, um seine erste fremdsprachige Darstellung

 

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des Hegelianismus zu verfassen, hat man sich viel gefragt, warum die Wahl auf Tübingen fiel. Vielleicht der wichtigste Grund dürfte der Wunsch gewesen sein, in der »alten Höhle» des Hegelianismus zu arbeiten, in den Spuren des grossen Lehrmeisters zu wandeln und die Atmosphäre seiner Studierstuben auf sich wirken zu lassen. Berlin und Halle waren wichtig für die hegelianische »Rechte», aber Snell­man scheint doch, wenn ihn auch Michelet (1843, 383) neben Vatke und sich selbst zum »Zentrum» rechnet, stark von dem vitalen Zent­rum der »Linken» angezogen worden zu sein, das die Gegend von Stuttgart und Tübingen weiterhin darstellte. Wie Rein in seiner Bio­graphie erwähnt, hat sich in Snellmans Nachlass in der Bibliothek der Universität Helsinki ein kurzer inoffizieller Brief gefunden, den man wohl als Gruss betrachten muss, den D. F. Strauss gesandt hat (vgl. Rein 1895 I, 256). Durch ihn hat Snellman vermutlich die von ihm geschätzten süddeutschen Hegelianer kennen gelernt, vor allem die beiden Sigwarts, Arnold Ruge, Uhland, Vischer und Zeller. Als ein den unbeschränkten Absolutismus ablehnender Liberaler wurde Snellman von den sozialen Lehren der »Revolutionären» ange­sprochen.

In den Protokollen der Fakultäten der Universität Tübingen aus den Jahren 1840–1842 findet sich in keinem Zusammenhang Snell­mans Name. Sein Aufenthalt sollte völlig privat sein und hatte keinerlei »Universitätscharakter». Im Archiv der Universität werden auch die Listen der Hörer der Dozenten aufbewahrt. »Psychologie» war schon damals eines der beliebtesten Fächer. Z.B. Reiff hatte in seinen Vorlesungen zuweilen über hundert Hörer. In solche Studen­tenlisten hat sich Snellman nicht eingetragen. Seine anspruchslose Wohnung, die er zeitweilig im Hotel »zum goldenen Lamm» am Rat­hausplatz gemietet hatte, war ein einfaches Studentenzimmer. Das Hotelgebäude mit der Aufschrift »Hotel Lamm» an der Fassade steht immer noch seit Snellmans Zeit äusserlich unverändert, wenn auch arg verfallen und reparaturbedürftig. Nach seinem damaligen In­haber Joh. Friedrich Haeckmann hat es ziemlich bald aufgehört als Hotel zu dienen. Es gehört jetzt dem evangelischen Gemeindeverein, durch den keine überlieferten Nachrichten zu finden waren. Auch Haeckmanns Nachkommen wohnen nicht mehr in der Stadt.

Wenn Snellman in seiner Reisebeschreibung die für seinen Aufent­-

 

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halt und seine Eindrücke bedeutenden Personen aufzählt, nennt er die an Jahren wesentlich älteren v. Baur und Fischer, aber für seine persönlichen menschlichen Beziehungen vor allem die wichtigsten jüngeren Hegelianer, Professor Vischer und die Dozenten Zeller und Reiff.

Vischer, Professor der Ästhetik und Literatur, ist nach allem zu schliessen eine farbige Gestalt gewesen, die das Kulturleben des Ortes nach Hegel am meisten beeinflusst hat. Er hatte im Evan­gelischen Seminar eine ausgezeichnete humanistische Bildung ge­nossen und war weithin auch mit der Forschung ausserhalb seines eigenen Spezialgebietes vertraut. Sein Nachlass, vor allem seine um­fangreiche Briefsammlung in der Bibliothek der Universität Tübingen, spricht eine deutliche Sprache über seine zentrale Stellung im Kulturleben (über tausend sowohl abgesandte als eingegangene Briefe). Der Nachlass ist auf verdienstvolle Weise dargestellt in einem Artikel des ehemaligen Oberbibliothekars (Leipprand 1935).

In dem sein eigentliches Gebiet betreffenden Schaffen gab Vischer seinen Zeitgenossen und der Nachwelt nur sehr wenig wissenschaftlich Neues. Er war eine vor allem durch seine mündliche Vortragsweise mitreissende, anfeuernde Persönlichkeit. Sein Charakter scheint auf merkwürdige Weise »zweigeteilt» gewesen zu sein. Als seine »Nacht­seite» sehen wir ein unbeherrscht starkes, in seinem Ausdruck far­benreiches Triebleben. Andererseits hatte er sich gründlich in die Gelehrsamkeit seiner Zeit, besonders die Kenntnis der antiken Kultur vertieft. Für die Kritik am Hegelianismus am wichtigsten ist seine »Ästhetik», worin er feststellt, dass es zu schwer ist, die »Grundlagen der Schönheit» in Hegels schweres Begriffssystem einzubauen. Er scheint denn auch in immer stärkerem Masse zur »kantischen Denk­weise» zurückgekehrt zu sein. Man kann sagen, dass sich Vischer, Strauss und Zeller zu jener Zeit immer entschiedener von dem aus­drücklichen Lehrgebäude Hegels gelöst haben.

Zusammen mit Strauss, Zeller und Köstlin gründete Vischer die theologisch-philosophische Zeitschrift Hallesche Jahrbücher, die von grosser Bedeutung für die Verbreitung und Erhaltung von hege­lianischen Strömungen sein sollte. Als Ruges Radikalismus immer schärfere politische Formen annahm, gründete Vischer zusammen mit Schwegler die wichtigen Jahrbücher der Gegenwart, die haupt­-

 

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sächlich das Programm jener vorangegangenen Zeitschrift fortsetzte.

Es mag erstaunlich klingen, dass sich in den Tausenden von Briefen Baurs, Vischers und Zellers auch bei genauer Suche nichts mit dem Namen Snellmans Verbundenes findet. Auch in dem Briefwechsel dieser Kollegen untereinander ist er nicht erwähnt. Er scheint wirk­lich für sich ein sehr eigenartiges Leben geführt zu haben, ohne durch sein Wesen und seine Lebensführung besonders aufgefallen zu sein. Für die Zeit seines Aufenthaltes dort im Studienjahr 1840-41 ist es ganz natürlich, dass kein Anlass zur Korrespondenz besteht. Bei genauerem Nachdenken muss wohl jeder zugeben, dass er Snellmans Zurückhaltung auch der späteren Jahre gut versteht. Die meisten seiner Altersgenossen, die ehemaligen Dozenten, wurden allmählich Professoren. Da die Verhältnisse in Finnland anders waren und Snellman deswegen eine unbestimmte Zeit auf seine Ernennung warten musste, hatte er in seinen Briefen immer aufs neue die Gründe für das Ausbleiben seiner Ernennung zu erläutern. Gerade auf die Bedeutung dieses Gesichtspunktes weist der einzige Brief aus Tü­binger Professorenkreisen hin, der in Snellmans Briefnachlass in der Bibliothek der Universität Helsinki zusammen mit dem Entwurf der Antwort erhalten ist. Reiff fragt unter anderem nach der Möglichkeit des "Unterkommens" Snellmans, was der Briefpartner auf ver­schiedene Weise erklären muss. Noch unangenehmer muss ihm nach dem Scheitern im Jahre 1848 alle Korrespondenz in dieser Sache gewesen sein.

Auch Eduard Zellers, 1814–1908, eines Dozenten der Theologie Briefsammlung ist umfangreich; wir begegnen darin bei den Jahren 1841 -1886 den Namen vieler bekannter Hegelianer, nicht aber J. V. Snellman. Zellers Lebenslauf und dessen Schwerpunkte zeigen sich am deutlichsten in seiner 1868 veröffentlichten Selbstbiographie (vgl. auch Zeller, 1908). Auch er war ein Zögling des Evangelischen Stiftes vom Jahre 1831 an, und seinen Namen finden wir in dem Schülerverzeichnis der Jahre 1830-40. Er erzählt, in der Philosophie und Psychologie sowohl Eschenmayers als auch Sigwarts Vorlesungen gehört zu haben, die er jedoch nicht mochte. Später führte ihn 1). F. Strauss zu Hegels System. Von den Theologen habe ihn nur v. Baur interessiert. Er war einer der interessiertesten Zuhörer des Ästhetikers Vischer. Repetent war er 1839 geworden, und im folgenden Jahr,

 

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gerade vor der Ankunft Snellmans, wurde er zum Dozenten ernannt. Es ist bekannt, dass er im Studienjahr 1840–41 über Dogmatik las. Nachdem sich Professor Elwert zurückgezogen hatte, wurde vor­geschlagen, Zeller zum ao. Professor zu ernennen. Die von ihm ge­brauchten Strauss-Zitate hatten jedoch den "Akademischen Senat" Verärgert, der nun bis zum Jahre 1847 immer wieder den Ernennungs­vorschlag zurückwies. In jenem Jahr wurde er als Professor nach Bern in der Schweiz berufen. Zeller veröffentlichte mehrere sowohl philosophische als theologische Schriften und begründete 1842 die Theologischen Jahrbücher, die er zuerst allein herausgab, dann, 1847-1857 zusammen mit v. Baur.

Was die unmittelbar auf die Philosophie gerichteten Lehren be­trifft, dürfte Snellman am meisten Anregungen jedoch von dem oben genannten Jacob Friedrich Reiff (1810–1879) erhalten haben. Das beweist keineswegs nur die interessante Tatsache, dass er von der Bekannten des Tübinger Kreises der einzige ist, von dem ein inhalts­reicher Briefwechsel mit Snellman erhalten ist, der von einem per­sönlichen Verhältnis erzählt. (Reiffs Brief, der in der Bibliothek der Universität Helsinki aufbewahrt wird, ist vom 27. 5. 1842 datiert, Snellmans Antwort allerdings erst vom 21. 12. 1842. Diese ist in Kuopio datiert, mit den Angaben 63° nördlicher Breite 47° östlicher Länge, womit der Verfasser wohl die Vollkommenheit seines "aka­demischen Exils" betonen wollte.) – Auffallend ist, dass Reiff schon 1840 sein erstes Werk, Der Anfang der Philosophie, im Verlag des Ludwig Friedrich Fues in derselben Buchdruckerei hatte drucken lassen, in der Snellman im Frühjahr 1841 sein wichtiges deutsch­sprachiges Werk drucken liess.

Man kann es wohl als sicher annehmen, dass der finnische Dozent Reiffs Werk und seine Lehre gründlich kannte, wie auch, dass sie über ihre Werke und deren Verlag gesprochen hatten, obwohl Snell­man das nirgendwo ausdrücklich erwähnt. Zu diesem Erstlingswerk Reiffs schreibt übrigens die Allgemeine Deutsche Biographie (1888, Bd. 27, 686–687), dass es "wegen seiner ziemlich unabhängigen Stellungnahmen bei den Hegelianern Missfallen erregte". Es scheint, dass Reiff zu dieser Zeit schon begonnen hatte, sich von Hegel zu distanzieren, dessen dialektisches System und pantheistische Grundan­schauung ihn offensichtlich etwas befremdete. Zwei andere Werke

 

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Reiffs, Das System der Willensbestimmungen oder die Grundwissen­schaft der Philosophie, das gerade die zur Erlangung der Dozentur bestimmte Studie war, und Über einige wichtige Punkte in der Philo­sophie wurden 1842 und 1843 gedruckt. Der Verleger zeigte sie zu­sammen mit Snellmans Werken in den Heften des Jahres 1843 der Zeitschrift für Theologie und speculative Philosophie an. Man muss annehmen, dass deren Inhalt Snellman bekannt war und offen­sichtlich seine eigene Distanzierung Von Hegel in den später zu ver­fassenden Gesamtdarstellungen der Psychologie beeinflusste.

Einige Worte über das Verlagsgeschäft Fues und seine Bedeutung dürften hier angebracht sein, weil es gerade um die Wende der 1830 und 1840 Jahre ein wichtiges Zentrum für die Informations­- und kulturelle Tätigkeit der theologisch orientierten Schule Hegels darstellte. Ludwig Friedrich Fues leitete dieses Familienunternehmen in der Zeit seiner bekanntesten Produktion. Das Geschäft lag zu jener Zeit an der Ecke Wilhelmsstrasse/Grabenstrasse, ungefähr an der Stelle, wo heute das wichtige Museum-Gebäude steht. In dem nach heutiger Einschätzung bescheidenen zweistöckigen Gebäude befand sich im Erdgeschoss auch eine Buchhandlung und eine Buchaus­stellung. Der Sohn Franz Maximilian Robert Fues (1817–1892) ver­kaufte das Geschäft 1863 an einen Leipziger Verleger. Über das Ver­lagsgeschäft ist heute in der Stadt nichts anderes zu erfahren, als die noch lebenden Enkeltöchter Robert Fues, Irmela Julie Gmelin (geb. 8. 10. 1885) und Elisabeth Johanna Maria Gmelin (geb. 24. 5. 1889) zu berichten haben. Diese Nachkommen, die jetzt in einem Altersheim leben, waren allerdings nur 3 und 5 Jahre alt, als ihr Grossvater starb. Sie erinnern sich, dass die Mutter von dem Verlag erzählte und von dessen Bedeutung, niemals aber von dessen Kun­den. "Die letzten Lebensjahre des Grossvaters vergingen im Zeichen der Schwermut. Er hatte eine neue Druckerpresse gekauft, die sich aber als misslungen und unbrauchbar erwies. So kam die Verlags­tätigkeit allmählich zum Stillstand." Als Beweis für den geistes­wissenschaftlichen Einfluss der Firma in den 1840er Jahren kann man vielleicht erwähnen, dass die von J. H. Fichte herausgegebene Zeitschrift für Philosophie und spekulative Theologie in den Jahren 1843–1846 in Tübingen im Verlag Von L. Fr. Fues erschien. Es handelt sich um die Bände 11–16 aus der Zeit, als der genannte

 

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jüngere Fichte Professor in Tübingen war. Die Bände 1–10 waren in Bonn im Verlag E. Weber gedruckt. Ein Vergleich dieser Bände derselben Zeitschrift zeigt, dass Fues bemüht war, die typographische Gestaltung einschliesslich der Schmuckränder möglichst unverändert zu lassen. Als hegelianische Verfasser in der Zeitschrift erschienen u.a. Weisse und Chalybäus. Snellmans Entwicklung wird vorwegge­nommen in den Buchbesprechungen des letzteren aus dem Jahre 1839 über Psychologie oder die Wissenschaft vom subjectiven Geist von Rosenkranz und Leib und Seele von Erdmann. Nach Anzeigen der Zeitschriftenabteilung des Unternehmens gehörten auch folgende Serien zum Verlagsprogramm: Jahrbücher der Gegenwart, heraus­gegeben von A. Schwegler, Theologische Jahrbücher, herausgegeben von E. Zeller, Zeitschrift für deutsches Recht und deutsche Rechtswissen­schaft.

Alles, was sich auf diese Weise über Reiff in Erfahrung bringen lässt, weist übereinstimmend auf seine Bedeutung hin als ein im Mittelpunkt der damaligen akademischen Welt Tübingens stehender Forscher und Lehrer. Da er andererseits im gleichen Alter wie J. V. Snellman war und von den jungen Dozenten der Universität gerade Philosophie lehrte, sogar als späterer Verwalter des Lehrstuhls, kann man mit guten Gründen gerade seinen Einfluss auf Snellman als den stärksten betrachten.

Den grössten Teil seines Tübinger Studienjahres verwendete Snell­man auf die Fertigstellung seines wichtigen deutschsprachigen Werkes. Dessen Anmerkungen und Zitate geben direkte Hinweise auf die hegelianischen Zeitgenossen, die er während seiner Arbeit berücksichtigt hat. Besonders erwähnt er Göschels Von den Beweisen für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, auf das er haupt­sächlich seine Polemik richtet. Ein anderes von ihm zitiertes Werk ist Sigwarts Das Problem des Bösen oder die Theodice, Tübingen 1840. Ausser einigen anderen Werken Göschels erwähnt Snellman auch J. H. Fichtes Die Idee der Persönlichkeit und der individuellen Fort­dauer, Elberfeld 1834, Strauss' Die christliche Glaubenslehre und Das Leben Jesu, Feuerbachs Über Philosophie und Christenthum, Mann­heim 1839, Fischers Die Wissenschaft der Metaphysik im Grundriss sowie natürlich Jacob Friedrich Reiffs im Jahre 1840 erschienenes Werk. Aus einigen Zitaten kann der Leser ersehen, dass Snellman

 

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auch Goethes Farbentheorie kannte. Von den Werken Rosenkranz erwähnt er nur die 1840 in Königsberg erschienenen Kritischen Erläuterungen des Hegelschen Systems, aber noch nicht dessen Psycho­logie und auch nicht Michelets Psychologie und Anthropologie in die­ sem Zusammenhang. Trotz seines Titels hatte Snellmans Tübinger Werk kaum etwas mit der damals als "Psychologie" betrachteten Wissenschaft zu tun. Der Versuch einer spekulativen Entwickelung der Idee der Persönlichkeit war auf die Frage nach der Persönlichkeit des Weltgeistes und des menschlichen Geistes, auf deren Verhältnis zu­einander gerichtet. Klar und einfach ausgedrückt könnte man sagen, dass Snellman hier das Problem der Existenz Gottes und der Un­sterblichkeit der Seele untersucht hat. - Nach Hegels Tod waren seine Anhänger hauptsächlich in zwei Lager zerfallen. Die Rechte wurde vor allem von den "Theisten" Göschel, Erdmann und Marhei­neke gebildet, die Linke wiederum von den "Atheisten" Ruge, Strauss, Feuerbach, Lasalle und Marx. Snellman neigte in seinen philosophischen Ansichten mehr zur Linken, wenn es auch richtiger sein dürfte, wie Michelet (1843, 382) zu sagen, dass er zu einer Art von "pantheistischen" Mitte gehöre. - Nach Snellmans Darstellung verwirklicht sich der absolute Geist, die unendliche Persönlichkeit oder Gott ununterbrochen in den Menschen. Er personifiziert sich im menschlichen Geist, ist somit jeden Augenblick anwesend und in diesem Sinne wirklich. Nach dieser Auffassung gibt es keine Un­sterblichkeit der Seele in der herkömmlichen Bedeutung, wie sie die Religion versteht; andererseits bleibt das, was in der Seele allgemein ist, d.h. das Bewusstsein, als Teil des Weltgeistes, des absoluten Geistes erhalten (vgl. Ketonen 1961, 123).

Der Weltgeist wieder bedeutet gerade das, was unser eigener Geist und die Geister unserer Zeitgenossen jeder für sich und alle zusam­men sind. Geist bedeutet also auch in dieser Veröffentlichung nach Hegel Bewusstsein oder besser Bewusstwerden eines Individuums seiner selbst. "Als sittliches Gewissen ist so der persönliche Geist zu einem bestimmten Bewusstsein von seiner Persönlichkeit gekommen" (Snellman 1894, 644).

Wenn auch Snellmans Darstellung über die "Idee der Persönlich­keit" nach Ketonen "das bedeutendste aller Werke sein dürfte, mit denen sich finnische Denker im Laufe der Zeit an der internationalen

 

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Diskussion über spekulative Fragen der Philosophie beteiligt haben", hat sie nach ihrem Erscheinen keine nennenswerten Spuren einer vielleicht durch sie angeregten Diskussion hinterlassen. Darüber finden sich keine urteilenden Erwähnungen in der Korrespondenz der Tübinger Hegelianer und erstaunlich gering sind auch die daran interessierten Überblicke in der Literatur. Einige Jahre hielt sich das Werk im Anzeigenteil der von Fues verlegten Zeitschrift, aber die bedeutendste, recht positive Besprechung hat Michelet (1843) in seinem Werk über die Entwicklung der europäischen Philosophie gegeben. Snellman war doch aus allem zu schliessen inmitten des deutschen Kulturmilieus recht fernliegend, fremd und isoliert. Die im stärksten Einflussbereich des Hegelianismus verbrachte Zeit war doch nicht lang genug gewesen, um genügend wichtige und wirkungs­volle persönliche Beziehungen zu schliessen. Nach Finnland zurück­gekehrt, geriet der Verfasser des Werkes in der Universität Helsinki in die bekannten Schwierigkeiten und ging im fernen Kuopio in den Schuldienst.

Die grossen Entfernungen und die Schwierigkeit der Verbindungen bei den damaligen Verkehrsmitteln beschränkten die Fortsetzung der persönlichen Beziehungen. Der Schwerpunkt in den zahlreichen ausländischen Verbindungen Snellmans scheint sich nach seiner Rückkehr aus Deutschland immer entschiedener nach Schweden ver­lagert zu haben, dem nächsten Nachbar im Westen. Der Gedanke, den Lehrstuhl der Philosophie in Helsinki zu bekommen, wurde Ende der 1840 Jahre wieder aktuell, als J. J. Tengström beschlossen hatte, in den Ruhestand zu treten. Snellman (1846) hatte sich als Bewerber gut vorbreitet und dieses Mal mit einem Werk, das in erster Linie Probleme der "Psychologie" behandelt, mit der Studie Über das Verhältnis des Geistes zur Materie, die er am 27. 9. 1848 öffentlich verteidigte. Bei der Ausarbeitung dieses Büchleins wie auch beim Ausreifen seiner späteren, hauptsächlich die Psychologie behandeln­den Darstellungen hatte er grossen Nutzen von seinen Verbindungen nach Berlin und seiner Mitgliedschaft des dort gegründeten philo­sophischen Vereins. Über diesen Kulturbereich sind einige Worte zu sagen.

Als Snellman von seiner ersten Deutschlandreise zurück nach Norden reiste, fuhr er über Berlin. Von den dort tätigen Hegelianern

 

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scheint ihm Michelet am nächsten gestanden zu haben. In der Reise­beschreibung berichtet Snellman, dass er gerade ihn getroffen habe, und wenn er später Deutschland besuchte, hat er regelmässig - aus seinem Briefwechsel zu schliessen (z.B. im Brief von d. 16. 8. 1847, K. Snellman 1928) - Kontakt mit Michelet gesucht. Die dann und wann erfolgten Sondierungen über die Möglichkeit, als Professor nach Deutschland zu gehen, geschahen ebenfalls gerade durch Vermittlung dieses Hegel-Nachfolgers. Obwohl als Nachfolger auf dem Lehrstuhl der Philosophie an der Universität Berlin schon Göschel genannt wurde, erhob die Gründung der Philosophischen Gesellschaft im Jahre 1843 gerade Michelet als ihren ersten Vorsitzenden zur zent­ralen Figur der Berliner Hegelianer. Ihr Jahrbuch, Der Gedanke, enthält im dritten Heft des ersten Bandes ein vollständiges Mit­gliederverzeichnis, 58 Namen, unter ihnen die meisten schon ge­nannten Hegelianer. Unter den 36 ausländischen Mitgliedern ist auch J. V. Snellman genannt: Nach allem zu schliessen ist er der Gesell­schaft also sofort im Stadium ihrer Gründung als ausländisches Mit­glied beigetreten. Offensichtlich hat er aufgrund seiner Mitgliedschaft das Jahrbuch Der Gedanke bis zu dessen anscheinend letztem, V l. Band im Jahre 1865 erhalten. Von Snellmans Verbindung mit diesem Kreis erzählen auch drei in recht grossen Zeitabständen gesandte Briefe Michelets, die in einer Briefsammlung in der Bibliothek der Universität Helsinki erhalten sind. Auf dem Umschlag des Jahr­buches wird in der Liste der "Mitarbeiter" auch Snellmans Name vom dritten Heft des II. Bandes an genannt - allerdings in deutscher Form mit zwei n am Ende. Auf dem Umschlag des IV. Bandes ist die Erwähnung als Mitarbeiter dann schon verschwunden.

Die Gründung der Philosophischen Gesellschaft bedeutete eine wesentliche Belebung der Hegel-Traditionen in Berlin. Die Sitzungen, die gewöhnlich etwa einmal im Monat stattfanden, wurden ziemlich regelmässig von den meisten schon genannten, Snellman bekannten Hegelianern besucht, u.a. Göschel, Gabler, Glaser, Marheineke, der polnische Graf v. Cieszkowski, Vatke, Erdmann, K. Fischer, Noack, Rosenkranz, Strauss und Zeller sowie der für Snellmans spätere Ent­wicklung wichtige Arzt Schultz-Schultzenstein. Die Sitzungsberichte des Jahrbuches vermitteln ein lebendiges Bild von der Ausrichtung der Vorträge und Forschungsberichte und von der eifrigen Teil-

 

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nahme an den dadurch angeregten Diskussionen. Michelet und Rosen­kranz polemisieren über das Begriffssystem ihrer Psychologie-Werke, und aus der Feder des ersteren stammen viele scharfe Rezensionen und "Materialien zur Biographie". In der Bibliographie des ersten Bandes des Jahrbuches wird "J. V. Snellman" (fälschlich) als "Pro­fessor der Pädagogik an der Finlänndischen Universität Helsingfors" genannt. Schultz-Schultzenstein (1846) ergriff schon mit am eifrigsten das Wort, und seine umwälzende biologisch-philosophische Artikel­serie kam in den von Ludwig Noack herausgegebenen Jahrbüchern für spekulative Philosophie zum erscheinen.

Trotz Snellmans persönlichen Beziehungen in Berlin und seiner Mit­gliedschaft in der Philosophischen Gesellschaft findet sich in den Sitzungsberichten der Jahrbücher keine einzige Erwähnung seiner Anwesenheit. Seine Besuche in Deutschland blieben doch kurz und selten. Als Vortragender hatte er keine Gelegenheit aufzutreten, aber gerade Michelets Briefe betreffen alle einen von Snellman erbetenen Aufsatz für das Jahrbuch Der Gedanke. Die Wahl des Themas blieb ihm überlassen. Auf den ersten Brief scheint er positiv geantwortet zu haben, und sein Vorschlag war ein Thema der Rechtsphilosophie. Die beiden folgenden Briefe sind Anfragen und Mahnungen in der­selben Sache. Man weiss, dass Snellman zu jener Zeit an einer Er­neuerung seiner Rechtsphilosophie arbeitete. Ein Entwurf - mög­licherweise für das Berliner Jahrbuch - findet sich in seinem Nach­lass. Aber Snellman hat diesen Text niemals abgesandt. Vielleicht betrachtete er ihn dennoch nicht als genügend fertig und repräsenta­tiv. So blieben schliesslich alle drei Briefe Michelets erfolglos. Die Wechselwirkung mit den Berliner Kollegen beschränkte sich auf einige kurze Besuche und auf das vielleicht an sich ganz beachtliche Erkenntnismaterial der gedruckten Werke.

 

Das Schicksal legt oft auf merkwürdige Weise die Gesetze der individuellen Entwicklung fest, die später als Lebensberufung be­zeichnet werden. Wenn nicht dieser merkwürdig vielseitige Mann des öffentlichen Lebens und humanistische Gelehrte so lange, ja eigent­lich Jahrzehnte auf eine Professur an der Universität Helsinki hätte warten müssen und überhaupt bei den Machthabern seiner Zeit un­beliebt geblieben wäre, hätte sein Lebenswerk und der damit ver­-

 

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bundene Ruhm in erster Linie von der Laufbahn eines hervor­ragenden hegelianischen Gelehrten berichtet. Seine Fähigkeit und Begabung hätten zweifellos dafür ausgereicht. Er hätte sich vielleicht wie einige seiner deutschen Kollegen "einen Namen gemacht" als glänzender Lehrer Vieler Studentengenerationen und als ein Forscher, der besonders seine Philosophie weiterentwickelt und ausgelegt hätte. Es bedurfte, wie es scheint, der Misserfolge des aus Deutschland so sehr bereichert heimgekehrten Dozenten J. V. Snellman, der Jahre der Enttäuschung und des Wartens, um aus ihm den grossen Mann, Erwecker des Volkes und politischen Führer zu machen, den wir aus der Geschichte kennen.

 

Universität Helsinki

 

 

*) Dieser Aufsatz gründet sich auf eine Materialensammlung die ich während einer Forschungsreise (October-November 1971) in Bundes­republik Deutschland gesammelt habe. In Tübingen hat mir der For­schungsassistent Von Professor W. Schulz, Herrn Dr. Christian Krehbiel wertvolle Hilfe geleistet. Ohne sein Interesse und seine geschickte Mass­nahmen wäre es unmöglich gewesen so viele Urkunden und Personalia über Snellmans Zeitgenossen und deren Abkommen aufzuspüren. Ich bin ihm für die gemeinsame Vorbereitung dieser Arbeit Vielen Dank Verpflichtet.

Den Emil Aaltonen Fund danke ich für das Stipendium zur Ver­wirklichung dieser Forschungsreise.

 

 

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